Wie war es bei mir..
- 15. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Mai
Auf Empfehlung eines Kollegen buchte ich spontan einen Tandemflug bei der Flugschule Aerocenter in St. Gallen. Bis anhin hatte ich nie mit dem Gedanken gespielt, Gleitschirmfliegen zu lernen. Ich sah die Schirme oft am Himmel, dachte mir aber nichts weiter dabei.
Also ging es eines Tages für einen Tandemflug auf die Ebenalp im wunderschönen Alpstein. Unbekümmert und ohne grosse Erwartungen liess ich mich vom vertrauenswürdigen Piloten einweisen, und dann ging es auch schon los. Seckle, seckle, seckle … und schon waren wir in der Luft. Thermik war nicht mehr gross vorhanden, also wurde ich vom Piloten gefragt: „Halligalli oder normal?“ Natürlich das Erstere …
Heute weiss ich, dass es Wingover waren, welche mir das Grinsen ins Gesicht zauberten. Nach der souveränen Landung war mein erster Satz: „Wann kann ich anfangen?“
Zwei Tage später war ich auch schon am Übungshang und die fliegerische Laufbahn nahm ihren Lauf. Da ich glücklicherweise noch zwei Monate Ferien hatte, kam ich gut voran und jeder fliegbare Tag wurde ausgekostet. Die nicht fliegbaren Tage wurden für das Lernen der Theorieprüfung genutzt, welche ich so schnell wie möglich in der Tasche haben wollte. Dies war nach zwei Wochen bereits der Fall, sodass ich die Höhenflüge voll geniessen konnte – mit dem Gedanken, dass nun „nur“ noch die praktische Prüfung zu absolvieren sei, was mir schon immer deutlich besser lag als theoretische Dinge.
In der Schweiz ist es üblich, nach ca. fünf Tagen am Übungshang bereits mit den Höhenflügen zu beginnen. Da ich jedoch jeden Tag an den Hang konnte, verbrachte ich deutlich mehr Zeit dort. Schliesslich musste zuerst die komplette eigene Ausrüstung für die Höhenflüge beisammen sein, zudem musste das Wetter für den ersten Höhenflug passen.
Bei den Höhenflügen merkte ich schnell, wie wichtig der Übungshang ist, an welchem ich weiterhin regelmässiger Gast war. Handling, Schirmgefühl, Start und Landung – all dies hilft enorm, um schnellere Fortschritte zu erzielen. Auch kann man dort Dinge ausprobieren, um die aktuellen Grenzen kennenzulernen, ohne dass gleich etwas Schlimmeres passiert. Ebenso halfen mir Groundhandling-Sessions enorm weiter. Deshalb sage ich immer: „Am Übungshang wird Fliegen gelernt.“
Nach gut drei Monaten konnte ich die praktische Prüfung erfolgreich absolvieren. Nun galt es, weitere Erfahrungen zu sammeln. Schon in der Schule merkte ich, dass ich eher der technische Typ bin, der gerne Manöver und Kurven fliegt. Deshalb entschloss ich mich relativ zügig nach dem Brevet, einen zusätzlichen kleineren Schirm zu kaufen – einen Kode P 18.

Diese Entscheidung stellte sich für mich als goldrichtig heraus. Die verspielte Art des Schirms half mir, Wingover und andere Manöver zu verbessern und vor allem ein Gefühl dafür zu bekommen, was es heisst, den Schirm auch einmal unter sich zu haben. Mit dem kleineren Schirm ist es meiner Meinung nach deutlich einfacher, sich heranzutasten und das Ganze anschliessend auf den grossen Flügel zu übertragen. Übrigens war ich trotz Brevet weiterhin regelmässiger Stammgast am Übungshang – es macht einfach Spass, sich ständig weiterzuentwickeln.
Alles in allem bin ich sehr dankbar, dieses Hobby gefunden zu haben. Für mich ist es die pure Freiheit in Kombination mit maximaler Flexibilität.
