
Persönliche Eindrücke und Meinung
zu meinen bisher geflogenen Gleitschirmen
von Niviuk
(85kg Abfluggewicht)

Kode P (1) 18 & 16
Nach bestandenem Brevet schaffte ich mir zügig einen 18 m² Kode P an. Ich empfinde diese Entscheidung im Nachhinein betrachtet immer noch als goldrichtig. Der Schirm ist sehr spielerisch sowie agil und gibt jede Bewegung in der Luft unmittelbar an den Piloten weiter. Ich vergleiche ihn oft mit einem Go-Kart. Zudem lässt sich der Schirm sehr variabel fliegen; je nach Flächenbelastung lässt sich nach dem Hike and Fly auch Thermik fliegen. Ich benutze den Kode aber meist nur für schnelle, kurze Flüge, um Manöver zu trainieren. Jemandem, der eine Abwechslung zum Thermikschirm sucht, kann ich den Kode P wärmstens empfehlen. Da er in größeren Größen auch ein A-Schirm ist, sind auch die kleineren Größen 16 & 18 ziemlich fehlerverzeihend. Ich hatte bislang noch nie einen relevanten Klapper. Da ich vom 18er so begeistert war, legte ich mir zusätzlich noch einen 16er an. Dieser ist schon spürbar schneller. Jedoch machten die Manöver mit dem 18er deutlich mehr Spaß als mit dem 16er. Ich denke, dies ist vor allem auch den längeren Leinen geschuldet. Müsste ich mich für einen von beiden entscheiden, würde ich immer wieder zum 18er greifen. Zum Starten empfand ich den Kode P bei Nullwind oder Abwind als etwas zickig. Bei Aufwind hingegen spielerisch, da es ein Leichtschirm ist.
Hook 6 P 24
Vom Hook 6 P bin ich auch heute noch vollkommen begeistert. Er war die Wahl nach meinem Schulschirm (Swing Mito). Der Hook 6 P vermittelt – wie es bei Niviuk typisch ist – dem Piloten direkt, was in der Luft passiert. Niviuk ist allgemein dafür bekannt, etwas zappliger und weniger gedämpft zu sein als andere Hersteller. Ich mag das allerdings sehr, denn so werde ich in der Luft weniger von Turbulenzen überrascht, da ich spüre, was los ist. Der Schirm lässt sich sehr einfach starten, die Leinen sind schnell sortiert und er ist ziemlich dynamisch für einen High-A- bzw. Low-B-Schirm. Das Gleitverhalten empfinde ich ebenfalls als gut, und für erste mittlere Streckenflüge ist er meiner Meinung nach völlig ausreichend. Er ist ein Schirm, welcher nicht überfordert, und meiner Meinung nach ein idealer Zwischenschritt, bevor es in die Mid-B+-Liga geht.
Hiko P 26
Der Hiko P hat im Vergleich zum Hook spürbar mehr Leistung. In Sachen Dynamik schenken sie sich allerdings wenig. Da ich den 26er geflogen bin, fühlte ich mich mit dem Hook P deutlich wohler – wohl der Flächenbelastung geschuldet. Der Hiko raschelt schon mehr an den Ohren als der Hook. Kleinere Klapper kommen deutlich schneller, jedoch empfand ich diese als harmlos; es ist halt einfach etwas mehr los. Der Schirm lässt sich wunderbar in die Thermik eindrehen – er frisst sich richtig ein. Auch die B/C-Bridges sind sehr gut und machen diesen Schirm erwachsener als einen Hook. Ich denke, er ist eine gute Wahl im Mid-B-Bereich. Ich persönlich würde nach der Schule jedoch jederzeit nochmals zum Hook greifen; der Hiko könnte als direkter Sprung überfordernd sein. Jedoch kenne ich einige gute Piloten, die direkt vom Schulschirm auf einen Hiko gewechselt und vollauf zufrieden sind. Wie immer: Geschmackssache. Als nächsten Step könnte ich mir den Hiko aber vorstellen. Ich würde den Hiko P flächenbelastungstechnisch eher an der Oberkante fliegen.
Artik 7 P 23
Den Artik konnte ich schon einige Male fliegen. Er ist für mich der bislang beste Schirm, den ich geflogen bin. Super Feedback, startet sehr leicht und er taucht richtig schön ein bei den Wingovers. Ich habe das Gefühl, es ist ein super Gesamtpaket, welches der Schirm mit sich bringt. Allerdings flog ich ihn noch nie in richtig thermischen Bedingungen. Ich würde ihn aber als sehr gutmütigen C-Schirm einstufen, welcher wunderbar zu fliegen ist. Es ist schon erstaunlich, wie groß der Unterschied von einem Hook auf einen Artik ist. Es ist schlicht eine andere Welt – im positiven Sinn. Ich würde solche Schirme jedoch immer an der Oberkante fliegen. Dies handhabe ich jedoch bei allen Schirmen so, es sagt mir mehr zu.
Ikuma 3 P 22
Da ich mich beim nächsten Schritt vom Hook 6 P für den Ikuma 3 P entschieden habe und bereits einige Flüge absolvieren konnte, wird dieser Bericht etwas ausführlicher ausfallen. Warum habe ich mich gegen einen Hiko sowie gegen einen Artik entschieden? Meiner Meinung nach bringt der Ikuma für mich das beste Gesamtpaket mit: Er fordert, ohne zu überfordern. Er möchte definitiv aktiv geflogen werden und gilt als etwas zappelig – das kann ich bestätigen. Kleinere Klapper (15–30 %) sind bei thermischen Bedingungen keine Seltenheit; der Ikuma kündigt diese aber wunderbar an und öffnet sich sofort wieder ohne Wegdrehen (wohl auch, weil man bereits darauf gefasst ist). Der Ikuma teilt dem Piloten alles mit, was in der Luft geschieht. Er ist deutlich weniger gedämpft als der Hiko und eher direkt mit spürbarem satten Steuerdruck – ähnlich wie der Artik, nur dass der Artik noch eine Spur besser gleitet. Der Hiko ist zugänglicher und wird Piloten, die etwas komfortabler unterwegs sein wollen, eher ansprechen. Im Thermikfliegen und in der Gleitleistung schenken sich der Hiko und der Ikuma meiner Meinung nach kaum etwas; da sind beide sehr ähnlich. Das Startverhalten des Ikuma ist spielerisch, braucht aber etwas mehr Korrektur als beispielsweise der Hook. Vom Fliegerischen her fühlt sich dieser Schirm für mich perfekt an. Er ist schnell, sehr rollfreudig und teilt – wie schon erwähnt – jede Bewegung dem Piloten mit. Man ist eigentlich ständig am (ich nenne es mal) «Ausgleichen». Er frisst sich sehr schön in die Thermik ein (wie der Hiko auch) und lässt sich eng drehen – wenn auch gefühlt nicht ganz so flach wie vielleicht ein Artik. Wingover und allgemeine Manöver gehen spielerisch einfach, und die Dynamik baut der Ikuma sehr schön auf. Alles in allem finde ich den Schritt vom Hook (als High-A bzw. Low-B) zum Ikuma (als High-B) fordernd, aber nicht überfordernd. Für mich eine absolute Spaßmaschine – und nur schwer vorstellbar, wie man diesen Schirm noch verbessern könnte. Ich denke der Schirm eignet sich perfekt für Leute welche sich weiterentwickeln wollen und allenfalls später den Sprung in die C Klasse machen wollen. Ich fliege den Schirm am oberen Ende mit einem Abfluggewicht von 82 Kg. Niviuk empfiehlt 80kg beim 22er. Eine Antwort bleibe ich noch schuldig: Warum habe ich mich für den Ikuma 3 P und gegen den Artik 7 P entschieden, welcher sich ebenfalls sensationell flog? Für mich fühlt sich der Ikuma fehlerverzeihender an. Der Artik hat nochmals deutlich mehr Streckung und ist meiner Meinung nach im Gesamtpaket dadurch etwas anspruchsvoller zu fliegen. Da ich dynamisches Fliegen dem reinen Thermikfliegen bevorzuge und der Ikuma genauso gut ums Eck geht wie der Artik, bin ich zurzeit beim Ikuma perfekt aufgehoben.
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